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Umweltauswirkungen von Kunststoffen

Kunststoffe sind wichtige, wertvolle und in vielen Bereichen unverzichtbare Werkstoffe. Doch sie werden zum Problem, wenn sie als Abfall in die Umwelt gelangen.

Denn Kunststoffe werden nur sehr langsam abgebaut und können die Ökosysteme nachhaltig schädigen.

Wurden in den 1950er-Jahren weltweit rund 1,5 Millionen Tonnen Kunststoff pro Jahr produziert, sind es heute rund 400 Millionen Tonnen jährlich. Und die Menge steigt stetig. Wie sich Kunststoffe auf das Klima und die Artenvielfalt auswirken, wie eine nachhaltige Nutzung möglich ist und wie eine funktionierende Kreislaufwirtschaft etabliert werden kann, sind deshalb Fragen, die zunehmend drängen.

Bewusste Nutzung und mehr Recycling

In den vergangenen Jahren hat nicht nur das Bewusstsein für Plastikmüll als Problem deutlich zugenommen. Vielmehr wurden auch die Maßnahmen im Zusammenhang mit der Entsorgung von Kunststoffen enorm ausgeweitet. Allerdings haben Kunststoffe Umweltauswirkungen, die weniger offensichtlich und bekannt sind als Müllberge. Dazu gehört beispielsweise der Beitrag zum Klimawandel.

Lebenszyklus von Kunststoffen:
Wenn der gesamte Lebenszyklus von Kunststoffen ab der Herstellung über den Handel bis zur Nutzung beleuchtet wird, zeigt sich, dass eine Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe drei Säulen braucht. Diese sind die Politik, die Industrie und die Verbraucher. Viele Herausforderungen gehen darauf zurück, dass die derzeitigen Systeme zur Herstellung und Nutzung von Kunststoffen oft nicht nachhaltig sind. Das Ziel muss deshalb sein, Kunststoffe sinnvoller zu nutzen, wirksamer zu recyceln und umfangreicher wiederzuverwenden. Auch Kunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen sollten weiter vorangebracht werden.

Die Menge der produzierten, verkauften und genutzten Kunststoffe steigt stetig und ein Ende ist nicht in Sicht. Inzwischen gibt es auf nationaler und auf EU-Ebene verschiedene politische Strategien und Initiativen, die sich den problematischen Folgen rund um Kunststoffe widmen. Im Fokus ist dabei meist Einwegplastik.

Bereits im Jahr 2018 legte die Europäische Kommission dazu eine umfassende Strategie vor und erließ ein Jahr später die Richtlinie über Einwegkunststoffe.

Generell ist es für eine nachhaltige Kunststoffwirtschaft mit geschlossenen Kreisläufen notwendig, dreigleisig zu fahren. So sollten Kunststoffe noch bewusster genutzt, das Kreislaufprinzip gestärkt und die Verwendung erneuerbarer Rohstoffe gefördert werden.

Mehr informationen:  Energieeffizienz von Technologien zur Kunststoffherstellung

Covid-19 und Kunststoffe

Corona hat sich auf die Produktion und Nutzung von Kunststoffen ausgewirkt, die Menge an Plastikmüll erhöht und neue Herausforderungen aufgezeigt. Masken aus Kunststoff oder mit Kunststoffbestandteilen spielten eine zentrale Rolle für den Eigenschutz, den Schutz anderer und um das Virus insgesamt einzudämmen.

Die Nachfrage nach Masken und Einwegprodukten stieg sprunghaft an. Aber auch in anderen Bereichen wurden mehr Einwegartikel aus Kunststoff eingesetzt, neben dem Medizinbereich zum Beispiel für Verpackungen im Online-Handel oder für Behälter für Speisen und Getränke zum Mitnehmen.

Solche Trends erhöhen die Menge an Kunststoffabfällen und können die Bemühungen, die Umweltauswirkungen von Kunststoffen zu verringern und die Kunststoffwirtschaft nachhaltiger auszugestalten, gefährden.

Kunststoffproduktion und der Klimawandel

Die Produktion von Kunststoffen geht damit einher, dass große Mengen an fossilen Brennstoffen eingesetzt werden, was entsprechend negative Auswirkungen auf die Umwelt und das Klima hat. Kommt dann noch dazu, dass die Ölpreise niedrig sind, ist es unterm Strich kostengünstiger, neue fossile Rohstoffe für die Herstellung von Kunststoffartikeln zu verwenden als auf recycelte Kunststoffe zurückzugreifen.

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Bewahrheiten sich die Prognosen zu den Mengen der hergestellten und genutzten Kunststoffmengen, werden bis im Jahr 2050 ungefähr 20 Prozent des weltweiten Ölverbrauchs auf die Kunststoffindustrie entfallen.

Die jährlichen Emissionen, die mit der Kunststoffproduktion zusammenhängen, belaufen sich EU-weit auf knapp 13,5 Millionen Tonnen. Dies entspricht etwa einem Fünftel der EU-weiten Emissionen der chemischen Industrie. Auf der anderen Seite steht der Recyclingmarkt unter wirtschaftlichem Druck.

Geht die Nachfrage nach recycelten Kunststoffen zurück, hat es ein nachhaltiges Abfallmanagement schwerer. Die Folge ist, dass große Mengen an Kunststoffabfällen nicht aufbereitet, sondern verbrannt oder auf Deponien gelagert werden.

Mehr informationen:  Zertifizierungen und Labels für Kunststoffprodukte

recycelte Kunststoffe

Synthetische Textilien als weitere Problematik

Mit Blick auf die Umweltauswirkungen von Kunststoffen müssen auch Textilien berücksichtigt werden, die aus synthetischen Fasern wie Nylon oder Polyester hergestellt sind. Die Statistiken besagen, dass Verbraucher in der EU jedes Jahr rund 5,8 Millionen Tonnen Textilien entsorgen. Das entspricht etwa elf Kilogramm pro Person. Zwei Drittel dieser Textilien sind aus Kunststofffasern gefertigt.

Der Verbrauch an textilen Produkten wie Kleidung, Schuhen und Haushaltstextilien beläuft sich in den europäischen Haushalten auf etwa 13 Millionen Tonnen. Davon sind rund 60 Prozent der Kleidung und 70 Prozent der Haushaltstextilien Textilien auf Basis von Kunststoffen.

Gleichwohl ist es möglich, die Nachhaltigkeit und die Kreislauffähigkeit von synthetischen Textilien zu verbessern. Dafür wird es auch an dieser Stelle notwendig, den Einsatz von nachhaltigen Textilfasern zu fördern, die Mikroplastik-Emissionen zu kontrollieren und die Mülltrennung, das Recycling und die Wiederverwendung zu verbessern.

Attraktive Modelle zur Kreislaufwirtschaft

Die Praxis zeigt, dass es zunehmend lukrativer wird, klassische Geschäftsmodelle so neu auszurichten, dass die Kreislauffähigkeit steigt. Dazu werden einerseits Kunststoffe und Kunststoffprodukte hergestellt, die hochwertig und leistungsfähig sind und dadurch lange in Gebrauch bleiben können.

Andererseits stehen inzwischen mehrere Recyclingtechnologien zur Verfügung, die auf mechanischen oder chemischen Verfahren beruhen. Sie ermöglichen, Kunststoffe aufzubereiten, sodass das vorhandene Material als Ressource erhalten bleibt und für die Produktion neuer Produkte genutzt werden kann.

Tatsächlich können moderne Methoden sogar Kunststoffgemische und schwarze Kunststoffe erkennen, sortieren und recyceln.

Kreislaufwirtschaft 22

Die Bereitschaft von Verbrauchern, langlebige Kunststoffprodukte zu verwenden, die nachhaltig aus Recyclingmaterial hergestellt sind, ist vorhanden. Auch bei den Unternehmen steigt die Nachfrage nach aufbereiteten Kunststoffen.

Die Forschung arbeitet ohnehin an der Herstellung von Kunststoffen aus alternativen Rohstoffen und an Technologien, die das Recycling effizienter machen.

Wenn dann noch die politischen Rahmenbedingungen dazu beitragen, die richtigen Weichen zu stellen, steht einer umweltschonenden und zukunftsfähigen Kunststoffwirtschaft nichts mehr im Wege.

Weitere Informationen finden Sie in unserer PDF: